Llull Denkmal
Das Llull-Denkmal , das auf einer begrünten Verkehrsinsel der belebten Küstenstraße dem Autoansturm trotzt, ist ebenfalls einen Blick wert. Der heilige Raimundus Llullus oder Ramön Llull, der in Algerien als Missionar wirkte, gilt als einer der bedeutendsten Philosophen der Insel. Vom Llull-Denkmal führt die breite Av. Antoni Maura stadteinwärts. In den schattigen Grünanlagen an der rechten Straßenseite, direkt unterhalb der eindrucksvollen Palastfront, vergnügten sich einst die Damen des Hofes im Königlichen Garten (S'Hort del Rei). Heute findet man dort mitten im Lärm der Großstadt noch immer eine Insel der Ruhe zwischen Schatten spendenden Bäumen, südländischer Blütenpracht und verspielten Fontänen. Vor der Treppe, die zur zur Kathedrale hinaufführt, findet sich die Skulptur eines mal lorquinischen Steinschleuderers, die von dem Künstler Lorenz Rossello geschaffen wurde. Die Plastik erinnert daran, dass diese berüchtigten Kämpfer für lange Zeit alle Invasionsversuche abwehren konnten. Erst die Römer schafften es, sie zu überwältigen. Die Kunst des Steinschleuderns wird heute wieder gepflegt. Vereine treten gegeneinander an, und es gibt eine Rekordliste im Weitschleudern. Ein weiter Bogen überspannt einen kleinen Teich. Vermutlich war hier der Hafen, in dem früher das Schiff des maurischen Statthalters anlegte. Über die Treppe an der hinteren Mauer gelangte der Herrscher direkt in seinen Palast. Neben dem Teich liegen die Kasematten (Ses Volles), deren ältesten Teile auf römische und maurische Zeiten zurückgehen. Diese Befestigungsanlagen wurden zu Beginn der 1990er Jahre restauriert. Seitdem haben aufstrebende Künstler die Möglichkeit, dort ihre Werke dem Publikum zu präsentieren. Über mehrere Treppen erreicht man die Aussichtsterrasse an der Südseite der Kathedrale und hat einen weiten Blick über die Bucht und den Hafen von Palma. Gaukler und Straßenmusikanten versuchen hier die Aufmerksamkeit der Besucher in der Hoffnung auf einen kleinen Obolus zu gewinnen.
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