| Palmas eigentliche Altstadt, La Portella genannt, erstreckt sich rund um die Kathedrale, den Almudaina-Palast und den Bischofspalast und geht in ihren Ursprüngen auf die maurische Besiedlung zurück. Wenngleich aus jener Zeit kaum Spuren erkennbar sind, so erinnern zumindest die engen, verwinkelten Gassen, die kleinen, schattigen Sträßchen und die oft winzigen Plätze noch an die labyrinthische Straßenstruktur orientalischer medinas (Städte). Der weitläufige Parc de la Mar direkt unterhalb der mächtigen Kathedrale ist der klassische Ausgangspunkt für die Besichtigung der Altstadt (bis 10 Uhr morgens genügend Parkplatz im unterirdischen Parkhaus). Das große Wasserbecken wurde Mitte der 1980er Jahre angelegt und erinnert daran, dass Palmas Altstadt einst unmittelbar am Meer lag. An der Mauer zur Küstenstraße hin befindet sich ein großes Wandgemälde von Mini. Auf dem ganzen Gelände sind moderne Plastiken junger Künstler zu bewundern. Vom Parc de la Mar hat der Besucher einen prachtvollen Blick auf die Süd- Front der wuchtigen Kathedrale, den Almudaina-Palast und den Bischofspalast. Klar erkennbar ist von hier, dass die Süd-Fassade des Gotteshauses mit ihren 40 m hohen Stützpfeilern ganz auf die Fernwirkung vom Meer her konzipiert wurde und fremde Seeleute der vergangenen Jahrhunderte genauso beeindruckte wie heute die Kreuzfahrtpassagiere, die in den Hafen von Palma einlaufen. Der deutsche Schriftsteller Albert Vigoleis Thelen, der vor den Nazis auf die Insel geflohen war, hat in seinem Mallorca-Roman Die Insel des zweiten Gesichts beschrieben, wie die Kathedrale vom Meer aus auf den mit dem Schiff ankommenden Passagier wirkte: „Ungefähr eine Stunde schon hatte die Kathedrale von Palma de Mallorca den Hintergrund des Bildes beherrscht, erst nur als großartiger Klotz, goldbraun, von der Sonne angeschienen, die Gliederung der Bauten noch verborgen unter der alles gleichmachenden Lichtfülle. Je näher wir indessen kamen, um so deutlicher trat jedes Maßwerk in den Blick. Die mathematische Ordnung des Aufrisses wurde erkennbar. Der gotische Flug gen Himmel, ich entsinne mich gut dieses ersten Eindruckes, den ich näher kommend gewann, wird auf die Erde herabgezogen, er bleibt an dem Stein und in den Stein gebannt, als- wie auch selten der Vers eines iberischen Mystikers sich vom Wort loszulösen vermag." |